Shanghai Tourism Festival

Verfasst von admin am Sa, 28.10.2017 - 23:12
Shanghai (64).JPGNach über einem Jahr Vorbereitungszeit und einigen intensiven Marschproben in im Juli und August freuten wir uns schon auf unsere Shanghai Reise, die am 06. September in der Früh endlich startete. Mit einem Doppeldecker Bus machten sich insgesamt 62 Musikerinnen und Musiker auf den Weg zum Flughafen Schwechat bei Wien. Von dort flogen wir mit einem A380 – einem der größten Passagierflugzeuge überhaupt – insgesamt ca. 14 Stunden nach Shanghai mit einem kurzen Zwischenaufenthalt und Umstieg in Dubai. Gerald Schütz hatte Geburtstag und wurde von uns mit einem kleinen Ständchen im Flugzeug überrascht. Darüber freute Shanghai (165).JPGsich nicht nur er, sondern auch viele andere Fluggäste, die gleich die Kameras zückten. Am späten Nachmittag chinesischer Zeit (Sechs Stunden vor der Mitteleuropäischen Sommerzeit) kamen wir dann nach einer gefühlten Ewigkeit im Flugzeug in Shanghai an. An diesem anstrengenden Tag stand nur noch das Abendessen am Programm, danach hatten wir Freizeit.

Beim Essen konnten wir gleich einige kulturelle Unterschiede zwischen China und Österreich erleben. Die Mahlzeiten in China bestanden eigentlich immer aus Reis mit diversen Beilagen. Dazu gibt es Tee sowie Limonaden und Bier, wobei die Gläser in etwa die Größe eines doppelten Stamperl-Glases hatten. Bei üblicherweise zehn Personen je Tisch muss man sich dabei die vorhandenen Getränke gut einteilen. Die Speisen werden auf einem Drehteller in der Mitte des Tisches platziert und die Runde herumgereicht. Gegessen wird natürlich mit Stäbchen, wobei aber glücklicherweise auch Gabeln als Alternative verfügbar waren. Suppe gibt es zum Abschluss.

Shanghai (376).JPGShanghai (246).JPGAm folgenden Tag stand zuerst Sightseeing auf dem Programm: wir besichtigten den Yuyuan Garten sowie das Shanghai Museum beim People’s Square. Dort entstand auch gleich ein erstes Gruppenfoto. Am Abend begannen die Proben für die große Parade am Sonntag. Da für die Probe eine der größten Straßen Shanghais gesperrt werden musste fand diese in der Nacht statt. In einem Schulgebäude bereiteten wir uns mit den vielen weiteren Musik/Tanz-Gruppen auf die Probe vor. Die ausgiebigen Wartezeiten wurden mit Musik und Tanz überbrückt. Auch wir präsentierten typisch österreichische Musik und gaben internationale Hits in unserer Blasmusik Interpretation zum Besten. Wir lernten u.a. Musikgruppen aus der Schweiz, Deutschland, Australien oder Tschechien kennen und hatten viel Spaß beim gemeinsamen oder abwechselndem musizieren. Erst spät in der Nacht war die Probe zu Ende.

Shanghai (471).JPGNach der langen und anstrengenden Probe war am Samstagvormittag Zeit zum Ausschlafen. Im weiteren Verlauf des Tages besuchten wir Tianzifang, eine Stadtregion im französischen Konzessionsgebiet mit engen Gassen, in denen sich Geschäfte, Restaurants und Bars befinden sowie den Bund, das Stadtzentrum von Shanghai. Am Abend konnten wir bei einer Nachtkreuzfahrt auf dem Huang Pu Fluss, der mitten durch Shanghai führt, die ausgiebig beleuchtete Skyline von Shanghai bewundern.
Der Sonntag begann mit dem ersten der drei geplanten Platzkonzerte. Es fand im Jing’an Park statt. Nach dem Mittagessen wurde noch eine Seidenfabrik besucht, dann begannen schon die Vorbereitungen für den großen Auftritt bei der Parade am Abend. Einige hunderttausend Zuschauer würden das Großereignis im Chinesischen Fernsehen verfolgen, was man sich beim Auftritt aber besser nicht bewusst macht um die Nervosität in Grenzen zu halten. Die Parade fand auf einer Strecke von beinahe 3 km Länge entlang der Huaihai Road statt, einer der zwei größten Einkaufsstraßen Shanghais. Dabei präsentierten wir unser Showprogramm insgesamt drei Mal. Das Programm bestand aus typisch österreichischen Melodien (z.B. Radetzky Marsch) sowie bekannten chinesischen Melodien (z.B. eine Titelmelodie einer chinesischen TV-Krimiserie). Ein besonderes Highlight war der einsetzende Jubel beim Erklang der chinesischen Melodien. Schweißgebadet kamen wir am Ende der Parade an, umjubelt und fotografiert von zigtausenden Chinesen. Zum Abschluss gab es noch Abendessen.

Shanghai (967).JPGAm Montag ging es weiter mit dem zweiten Platzkonzert auf der Nanjing Road, der zweiten großen Einkaufsstraße Shanghais neben der Huaihai Road. Leider regnete es relativ stark, weswegen deutlich weniger Zuhörer als bei Schönwetter auf den Straßen bummelten. Eine Eskorte bestehend aus mehreren Dutzend Polizisten begleitete uns während des gesamten Auftritts. Den restlichen Tag nutzten wir noch um uns Chenghuang Miao, die historische Altstadt von Shanghai, anzusehen und zum Shoppen.

Mit dem dritten Platzkonzert vor dem Oriental Pearl Tower, dem markanten Fernsehturm mit den drei Kugeln, endete auch unser Aufenthalt in Shanghai. Wir konnten noch die Stadt vom Turm aus ansehen, dann ging es schon zum Bahnhof, von dem wir die Reise nach Peking antraten um dort noch ein paar bekannte Sehenswürdigkeiten anzusehen.
Shanghai (1239).JPGShanghai (1054).JPGIn Peking besuchten wir noch in den nächsten beiden Tagen den Platz des Himmlischen Friedens (Tian’anmen-Platz) und die Verbotene Stadt, den Kaiserpalast und die beeindruckende Chinesische Mauer. Schlussendlich waren aber alle froh als wir am Donnerstagabend die Heimreise antraten, denn das heiße, feuchte Klima sowie das ausgiebige Tagesprogramm machte uns schon zu schaffen. Außerdem freuten wir uns schon auf eine Mahlzeit ohne Reis. Der Heimflug verlief entsprechend ruhig. Auf dem Heimweg von Wien legten wir einen Zwischenstopp beim Schnitzelwirt ein, wo ein Schnitzel mit – nein nicht mit Reis, sondern mit Pommes oder Erdäpfel wieder so richtig genossen wurde.

Wir bedanken uns insbesondere bei unserem Stabführer Markus Schmaranzer, der durch seine Organisations- und Probenarbeit diese Reise erst ermöglicht hat. Ein weiterer Dank gilt den Musikern Thomas Hauber, Reinhold Wieser, Norbert Peer, Engelbert Stöffelbauer, Lukas Steidl, Gerhard Grilnberger, Theresa Bumberger und Patrick Karnigl, die uns bestens unterstützten und teilweise recht kurzfristig für verhinderte Musiker einsprangen. Ebenso danken wir den Fotografen Stephan Kneidinger und Bernhard Schwentner für ihre dokumentarische Arbeit bei der mehrere tausend Fotos entstanden sind, die teilweise noch aussortiert und aufbereitet werden.

Ein Video mit unserem Auftritt bei der großen Parade kann man hier ansehen:
https://youtu.be/xvgr5Iz4eNo?t=55m30s (Beginn ab Minute 55)

Weitere Fotos finden Sie in unserer Bildergalerie